Katharina Renn

Aus Theaterlexikon
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* 21.6.1902 Berlin (D), † (nicht eruierbar), auch Katja R.

Schauspielausbildung bei Leopold Jessner in Berlin. 1934 emigrierte R. in die Schweiz, wo sie in verschiedenen Programmen des →Cabarets Cornichon in Zürich auftrat (1935 als Anjuschka im Programm "Hupa Haua!", in "Äxgüsi" und 1936 in "Gizzibach-Chicago"). Als Antifaschistin engagierte sich R. beim Zürcher "Arbeiter-Cabaret" und als Kursleiterin, Regisseurin und auch Darstellerin bei weiteren Amateurtheatergruppen wie der →Volksbühne Zürich und dem "Scheinwerfer" Basel (dort 1938 Auftritt als Drehorgelfrau mit →Albert Ehrismanns "Lied der Drehorgelfrau", Zirkusartistin und Mutter, die Wiegenlieder und Kinderlieder sang, Text: →Bertolt Brecht, Musik: Hanns Eisler). Zusammen mit →Robert Trösch, →Alfred Rasser, →Otto Zimmermann und →Rolf Liebermann engagierte sich R. beim "Block der Arbeiterbühnentruppen der Schweiz", der 1935/36 zur Förderung des Austauschs politischer Szenen und kabarettistischer Nummern gegründet wurde. Zudem trat R. mit Chor- und Einzelrezitationen in mehreren Programmen mit Liedern, Balladen und Gedichten Brechts auf. 1939 spielte R. erneut eine Drehorgelfrau, diesmal bei der Uraufführung des sozialistischen Festspiels von Ehrismann/→Kurt Frühs "Der neue Kolumbus" in Zürich. 1945 fand in ihrer Zürcher Wohnung die zweite Konferenz der Exilorganisation der KPD statt, an der unter anderen →Wolfgang Langhoff, Rudolf Leder (Stephan Hermlin) und →Jo Mihaly teilnahmen. 1946 war R. in der dramatisierten Version von Eric Knights Roman "Dir selber treu" an den Wiener Kammerspielen zu sehen. 1947 kehrte R. in die Schweiz zurück und arbeitete erneut bei der Volksbühne Zürich. 1948 übersiedelte sie mit ihrer Familie nach Paris. Dort trat R., von Agnès Capri unterstützt, wieder als Diseuse und Brecht-Sängerin in Cabarets auf, erst mit Liedern in deutscher Sprache aus Brecht/Weills «Die Dreigroschen­oper», dann sang sie diese auch auf Französisch; später kamen französische Chansons dazu. Der französische Autor, Schauspieler und Kabarettist François Billetdoux schrieb für R. mehrere Hauptrollen. Gemeinsam spielten sie unter anderem in "Tchin-Tchin" (1959 Théâtre de Poche-Montparnasse, Paris) und in "Va donc chez Torpe" (1961 Studio des Champs-Eysées, Paris). Zudem gab R. 1967 im Théâtre de l’Athénée in Paris die Mutter in der Uraufführung von Victor Haïms "L’Arme blanche". 1964 inszenierte sie in Bern im →Galerietheater Die Rampe Billetdoux’ Einakter "In die Nacht hinein" und "Für Finalie" als deutschsprachige Erstaufführungen und am →Atelier-Theater Mrożeks "Die Polizei". R. übersetzte Stücke von Billetdoux, so "Durch die Wolken", das 1966 am →Schauspielhaus Zürich aufgeführt wurde (Regie: →Leopold Lindtberg).



Autor: Werner Wüthrich



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Wüthrich, Werner: Kathrina Renn, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1481.

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