Rudolf Bobber

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* 11.1.1934 Berlin (D).

Ausbildung zum Schauspieler am Bühnenstudio Marlise Ludwig, Berlin. Debütierte 1961/62 bei der Gastspieldirektion Berliner Theater "Die Arche". Nach Engagements in Berlin, Bremen, Lübeck und Dinslaken war B. 1970 am →Kleintheater Kramgasse 6 in Bern engagiert (als Lennie in Steinbecks "Von Menschen und Mäusen"). In Bern war er während sechs Jahren auch als Lehrer für Schauspiel am Tanz- und Theaterstudio von →Alain Bernard tätig. Zusammen mit →Norbert Klassen gründete er 1970 das Theaterkollektiv →Studio am Montag. In diesem Ensemble war B. bis 1982 als Schauspieler und Regisseur an vielen Ur- und Erstaufführungen beteiligt. Unter anderem spielte er den Tod in Borcherts "Draussen vor der Tür", den Professor in Ionescos "Die Unterrichtsstunde" sowie Ubu in Jarrys "König Ubu" und inszenierte Handkes "Selbstbezichtigung" (1971, in Koregie mit Klassen), die Uraufführung von Peter J. Betts/Sam Jauns "Ach Auerbach" (1972, ebenfalls in Koregie mit Klassen) und die Schweizer Erstaufführung von Stefan Reisners Kinderstück "Ruhe im Karton!"(1975). Seit 1982 freischaffend als Regisseur und Schauspieler tätig. 1981–94 gastierte er wiederholt am →Atelier-Theater, Bern BE (unter anderem als Steve Hubbel in Williams’ "Endstation Sehnsucht", Zimmermann in Fassbinders "Bremer Freiheit", Murray in Neil Simons "Ein seltsames Paar" und Doktor Purgon in Molières "Der eingebildete Kranke"). War er schon im Ensemble Studio am Montag mit Monologen aufgetreten (als Josef in Achternbuschs "Ella" und in Raymond Cousses "Strategie eines Schweins"), so bildete das Erarbeiten von Monologen nun zunächst das Zentrum seiner freien Arbeit: 1983 trat er mit der Eigenproduktion von Süskinds Monolog "Der Kontrabass" im →Theater am Zytglogge Bern auf. 1984 gründete B. das →1 x 1 Theater in Bern. Unter diesem Namen spielte er in der Folge mit Regisseuren wie Verena Strasser, →Michael Oberer, →Rainer zur Linde weitere Einpersonenstücke: Betts’ "Notbremse" (Uraufführung 1984), Joop Admiraals "Du bist meine Mutter" (1986), Fos "Johan vom Po entdeckt Amerika" (Schweizer Erstaufführung 1994). Am 1 x 1 Theater produzierte er auch Stücke für zwei bis drei Personen und wirkte als Schauspieler oder Regisseur mit. B. arbeitete als Regisseur mehrfach mit Amateurgruppen (Theatergruppe Burgdorf, Theater Ittigen, Schloss-Spiele Spiez, wo er unter anderem Ayckbourns "Je nachdem, wer mit wem", Anouilhs "Einladung ins Schloss", García Lorcas "Doña Rosita bleibt ledig" und Synges "Ein wahrer Held" inszenierte) und spielte verschiedene kleinere Rollen in Film- und Fernsehproduktionen.



Autor: Jean Grädel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Grädel, Jean: Rudolf Bobber, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 222–223.

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