Willy Buser

Aus Theaterlexikon
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* 21.9.1920 Solothurn, auch Willi B.

Nach dem Schulbesuch in Grenchen Ausbildung am Lehrerseminar in Solothurn bis 1941. Danach Tätigkeit als Lehrer zur Finanzierung des Lebensunterhalts und der Schauspielausbildung bei →Vasa Hochmann. Seit 1941 bis Ende der vierziger Jahre Engagement am →Städtebundtheater Biel-Solothurn, wo er unter anderem mit →Egon Karter und den Regisseuren Hochmann, →Peter Lotar und →Harald Tauber zusammenarbeitete. B. spielte dort zunächst vor allem kleinere Rollen, beispielsweise Näpi in →Albert Jakob Weltis schweizerdeutschem Schauspiel "Steibruch" (Regie: →Marc Doswald, mit →Maria Schell), Tom Anders in Steinbecks "Der Mond ging unter" (Regie: Lotar), Niklaus, Sohn des Sägereibesitzers Jonas Lauretz, in →John Knittels "Via Mala", Lyngstrand in Ibsens "Die Frau vom Meer" (Regie: →Johannes von Spallart) und Karl in Hebbels "Maria Magdalena" (mit →Käthe Gold). Dort ausserdem 1946 die Hauptrolle in Brandon Thomas’ "Charleys Tante". Ende der vierziger Jahre Auftritte in von Karter organisierten Tourneen, unter anderem mit Hans Albers in Molnárs "Liliom" (Regie: →Leonard Steckel), Paula Wessely und Attila Hörbiger in Juliane Kays "Vagabunden", →Heinrich Gretler und →Emil Hegetschweiler in Lotars "Wachtmeister Studer greift ein" nach Friedrich Glauser sowie gemeinsam mit Heinz Rühmann. 1950–57 Engagement an der von Karter gegründeten →Komödie, Basel BS. Dort verkörperte B. zahlreiche Nebenrollen, zum Beispiel 1950 Ingeborgs Ehemann Ottokar in →Curt Goetz’ "Ingeborg" (Regie: →Lukas Ammann), 1951 Siegurd Jungquist in der Schweizer Erstaufführung von Ayn Rands "Mordprozess Folkner" (Regie: Karter), 1952 Abraham und Apotheker in Shakespeares "Romeo und Julia" (Regie: Steckel), 1953 Jojo in →Alfred Gehris "Sechste Etage" (Regie: →Heinrich Trimbur), 1955 Karl in Hebbels "Maria Magdalena" (mit →Maria Becker) und 1957 Sosias in Giraudoux’ "Amphitryon 38" (Regie: →Edward Rothe). Zudem 1948–50 als Gast am →Bernhard-Theater in Zürich und 1951–53 am →Stadttheater Basel, beispielsweise als Rodrigo in Shakespeares "Othello" (Regie: →Leopold Biberti), Apostel Paulus in der Schweizer Erstaufführung von Hermann Gressiekers "Die goldenen Jahre" (Regie: Walter Pohl) und Winter in Hauptmanns "Vor Sonnenuntergang" (Regie: Trimbur). Bereits seit den vierziger Jahren auch Tätigkeit als Inspizient und technischer Leiter, vor allem auf Tourneen. 1957–68 war B. Leiter des Wunschkonzerts und von 1968 bis zu seiner Pensionierung 1985 Hörspielregisseur bei Schweizer Radio DRS. Auch Rollen in Fernsehspielen unter der Regie von →Ettore Cella, zum Beispiel in Christopher Frys "Ein Schlaf Gefangener".

Auszeichnungen

  • 1986 Zürcher Radiopreis für "Das Leben des Johann Sebastian Bach" (Regie: B.).


Autor: Raymond Petignat



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Petignat, Raymond: Willy Buser, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 310–311.

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