Alfred Lohner

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* 16.7.1900 Basel, † 9.12.1990 Wettingen AG.

Schauspielausbildung bei →Michael Isailovits in Basel. 1919 Debüt als Beaumarchais in Goethes "(Clavigo)" am →Stadttheater Basel, dort bis 1921 im Engagement, dann 1921–23 an den Vereinigten Bühnen Barmen-Elberfeld, 1923/24 in Graz und 1924–33 am Burgtheater Wien, wo er in klassischen Rollen als Nachfolger von Josef Kainz gefeiert wurde, unter anderem als Mortimer in Schillers "(Maria Stuart)", Romeo in Shakespeares "(Romeo und Julia)", Leonce in Büchners "(Leonce und Lena)", Lysander in Shakespeares "(Ein Sommernachtstraum)", Titelrolle in Shakespeares "(Hamlet)", Rustan in Grillparzers "(Der Traum ein Leben)", auch diverse Rollen in Stücken von Schnitzler, Hauptmann, Pirandello und Ibsen. 1933/34 am Deutschen Theater Mährisch-Ostrau, Gastspiele in Holland, Polen, Serbien, Ungarn und am Deutschen Theater Prag, 1934/35 am →Schauspielhaus Zürich (unter anderem John Worthing in Wildes "(Bunbury)", Kosinsky in Schillers "(Die Räuber)") und 1935/36 an den Münchner Kammerspielen (Jupiter in Molières "(Amphitryon)", Regie: Otto Falckenberg). 1936/37 erneut am Schauspielhaus Zürich, 1937/38 sowie 1944 am Stadttheater Basel ("(jugendlicher Held und Liebhaber, jugendlicher Bonvivant und angrenzende Fachgebiete, für Schauspiel und Operette)", unter anderem 1937 Titelrolle in Schillers "(Don Carlos)", 1938 Georg Wächter in →Werner Johannes Guggenheims "(Bomber für Japan)", 1944 Prospero in Shakespeares "(Der Sturm)" und Titelrolle in Goethes "(Torquato Tasso)"), daneben als Gast in Brünn, am Neuen Deutschen Theater Prag (1938 Titelrolle in Shakespeares "(Hamlet)") und an der Kleinen Bühne Prag sowie 1938–44 am →Stadttheater Bern (1941 Lehrer Kiburz in →Albert Jakob Weltis "(Steibruch)"), am →Städtebundtheater Biel-Solothurn, 1945–47 am →Stadttheater Chur (Johann Rosmer in Ibsens "(Rosmersholm)", Orest in Goethes "(Iphigenie auf Tauris)", Narr in Shakespeares "(Was ihr wollt)", Ferdinand in →Hans Müller-Einigens "(Flamme)", Tempelherr in Lessings "(Nathan der Weise)"), am →Stadttheater St. Gallen (1947 "(Torquato Tasso)") und am →Sommertheater Winterthur tätig. 1947–49 erneut am Burgtheater Wien, dann unter anderem als regelmässiger Gast bei →Egon Karter an der →Komödie Basel (unter anderem Alcest in Goethes "(Die Mitschuldigen)", Titelrolle in →Hermann Ferdinand Schells "(Der Landvogt von Greifensee)"), am →Theater am Central Zürich (unter anderem Dr. Rank in Ibsens "(Nora)"), bei zahlreichen Tourneen (1971 Talbot in Schillers "(Maria Stuart)", mit →Maria Schell) und diversen Freilichtaufführungen (1953 Oberon in Shakespeares "(Sommernachtstraum)" und 1954 Titelrolle in Goethes "(Faust)" bei den Basler Festspielen, Titelrolle in Sophokles’ "(Oedipus)" und Orest in Goethes "(Iphigenie auf Tauris)" im →römischen Theater Augst), am Stadttheater und am →Atelier-Theater Bern, am →Stadttheater Luzern, am →Opernhaus Zürich sowie mehrmals am Stadttheater St. Gallen (1969 Gregory Salomon in Millers "(Der Preis)"). Gastverpflichtungen unter anderem in Paris, Athen, Delphi, 1957 in Graz, 1958 in Bonn. Rezitationstätigkeit (unter anderem "(Manfred)" von Lord Byron/Robert Schumann, Werke von Carl Spitteler, Arthur Schnitzler, →Robert Walser), zahlreiche Verpflichtungen bei Radio, Film und Fernsehen, diverse Schallplattenaufnahmen.

Auszeichnungen

  • 1952 Ehrenmitglied der griechischen Nationaltheater (für die Titelrolle in Aischylos’ "(Der gefesselte Prometheus)").

Literatur

  • König, Paul: A. L. In: Badener Neujahrsblätter 1992.
  • Blubacher, Thomas: Befreiung von der Wirklichkeit? Das Schauspiel am Stadttheater Basel 1933–1945, 1995.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Alfred Lohner, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1124–1125.

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