Hilde Ziegler

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* 20.6.1939 Lörrach (D) † 9.2.1999 bei Leymen (F). ∞ 1959 →Adolph Spalinger, Schauspieler und Regisseur.

Nach Schulen in Weil, Lörrach und Basel (Rudolf-Steiner-Schule) sporadischer Schauspiel- und Sprechunterricht bei →Milena von Eckardt in Basel. 1959–62 sowie als Gast 1962/63 Engagement am →Stadttheater Basel (unter anderem: Nichte in →Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan", Regie: Spalinger; Hero in Shakespeares "Viel Lärm um Nichts", Regie: →Heinz Hilpert; Irma in Giraudoux’ "Die Irre von Chaillot", Miranda in Shakespeares "Der Sturm", Regie beide: Spalinger; Barblin in →Max Frischs "Andorra", Regie: →Erich Holliger). Danach Gastengagements an den Münchener Kammerspielen und am Landestheater Hannover. 1968–75 war Z. unter der Direktion von →Werner Düggelin erneut an den →Basler Theatern verpflichtet, wo sie grossen Erfolg mit Hauptrollen in Dramen von Ödön von Horváth hatte, so 1968 mit der Titelrolle in "Kasimir und Karoline" (Regie: →Hans Hollmann, eingeladen zum Berliner Theatertreffen 1969), 1970 als Elisabeth in "Glaube Liebe Hoffnung" (Regie: Horst Siede) und 1974 Marianne in "Geschichten aus dem Wiener Wald" (Regie: Hollmann). Weitere Rollen waren 1969 Eve in Kleists "Der zerbrochene Krug" (Regie: Spalinger) und Elmire in Molières "Tartuffe" (Regie: →Hans Bauer), 1970 Fanny Krull in Sternheims "Die Kassette" (Regie: →Gerd Kunath) und Marion in Büchners "Dantons Tod" (Regie: Düggelin). Z. gastierte am →Theater am Neumarkt Zürich (1976 Elisabeth in Horváths "Glaube Liebe Hoffnung"), am →Schauspielhaus Zürich (1986 Phoebe Rice in Osbornes "Der Entertainer") sowie unter den Direktionen von Hollmann und →Frank Baumbauer erneut am Theater Basel (1989 Zinaida Savišna in Čechovs "Ivanov", Regie: →Jossi Wieler). Mitwirkung in diversen Filmen (unter anderem 1978 in →Rolf Lyssys "Die Schweizermacher", 1979 in Alain Tanners "Messidor", 1981 in "L’Amour des femmes", 1992 in →Daniel Schmids "Zwischensaison") und Fernsehproduktionen (unter anderem 1994 Marianne in "Endloser Abschied", 1998 Sefi Tresch in "Irrlichter") sowie bei zahlreichen Hörspielen. Zudem verfasste Z. drei Hörspiele, darunter "Die schönsten Sagen des klassischen Altertums" (Schweizer Radio DRS 1, 1986). 1988 erschienen ihre Kindheitserinnerungen "Während der Verlobung wirft einer einen Hering an die Decke" (1989 auch verfilmt). 1999 folgte der Band "Guten Morgen und Goethe Nacht" mit 1991–99 für die "Dreiland-Zeitung", eine Beilage der "Basler Zeitung", geschriebenen Kolumnen.



Autor: Dietrich Seybold



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Seybold, Dietrich: Hilde Ziegler, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2144.