Roland Rasser

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* 27.7.1932 Basel. Sohn des Schauspielers und Kabarettisten →Alfred R., Halbbruder der Schauspielerin und Kabarettistin →Sabine R., Vater der Schauspielerin und Theaterleiterin Caroline R. (* 24.1.1971) und des Theaterleiters Claude R. (* 14.8.1974).

Bereits 1940 erste Filmrolle als Martinli in →Leopold Lindtbergs "Die missbrauchten Liebesbriefe" nach →Gottfried Keller. Kaufmännische Ausbildung in Neuenburg, 1951 Handelsdiplom. 1953–58 Tätigkeit in der Reisebüro-Branche. 1953 erste Bühnenauftritte zusammen mit seinem Vater, unter anderem im Sketch "Läppli beim Psychiater". 1954 gründete R. das politisch-literarische Cabaret "Gigampfi", das am 29.9.1954 im Restaurant "Greifen" in Basel mit dem Programm "Eimol obe – eimol unde" erstmals auftrat. Es folgten zwei weitere Programme in anderen Gaststätten sowie Gastspiele, bis das Cabaret sein eigenes Domizil im von R. gegründeten Theater →Fauteuil in Basel bezog, das am 27.11.1957 mit dem Programm "Pscht – wytersage!"eröffnet wurde. Bis 1963 zeigte das Cabaret dort jede Saison ein neues Programm, mit Texten unter anderen von R. selbst, von Georges Wenk, Max Afflerbach, →Hans Gmür, →César Keiser, Max Schmid, →Charles Ferdinand Vaucher und →Werner Wollenberger. Als Ergänzung zum Fauteuil eröffnete R. am 25.1.1972 als zweite Spielstätte im selben Gebäude das Tabourettli und 1990 als Veranstaltungsraum den Kaisersaal. Gezeigt wurden Gastspiele aus den Bereichen Kabarett und Kleinkunst sowie Eigenproduktionen wie die "Basler Revue" (1974–87), die Operette "Offenbach am Spalebärg" (1976) oder das Vorfastnachtsprogramm "Pfyfferli" (ab 1976) sowie zahlreiche Märchenaufführungen. Regisseur der meisten Produktionen war ab 1974 →Rolf Lansky, als Komponist und musikalischer Leiter prägend wurde →Arth Paul. 1985 zeigte R. im Tabourettli seine "Rolli Rasser Show", 1989 hatte er grossen Erfolg als Theophil Läppli, in der einstigen Paraderolle seines 1977 verstorbenen Vaters, in dessen 1945 uraufgeführtem "HD-Soldat Läppli" (gespielt insgesamt rund 600 Mal, mehrere Jahre lang im Fauteuil und auf Gastspielen in der deutschsprachigen Schweiz, Regie: Lansky). 1996 folgte zum vierzigjährigen Jubiläum des Theaters Fauteuil eine Neufassung von Alfred R.s "Demokrat Läppli", ebenfalls mit R. in der Titelrolle. Neben seiner Tätigkeit an den eigenen Kleinbühnen trat R. gelegentlich an anderen Theatern auf, so an der →Komödie Basel (1960 Müller II in "Die neiji Rhygassopere" nach →Paul Burkhard/→Walter Lesch, Regie: Max Lehmann), am →Stadttheater Basel (1962 Alfons in →Hans Hausmann/→Hans Moeckel/Hans Peter Horts Musical "Spalebärg 77a", Regie: Hausmann) und am →Bernhard-Theater Zürich. Ende der neunziger Jahre übergab R. die Leitung der beiden Basler Kleinbühnen an seine Kinder Caroline und Claude R. Diverse Film- und Fernsehrollen, so 1960 als Leutnant in "HD Läppli", 1961 als Herbert Flammer in "Demokrat Läppli", jeweils unter der Regie von Alfred R. 1965–70 moderierte R. die Jugendsendung "Mosaik" für das Schweizer Fernsehen DRS. Die Bühneninszenierung des "HD-Soldat Läppli" mit R. in der Titelrolle wurde vom Schweizer Fernsehen DRS aufgezeichnet.

Auszeichnungen

  • 1982 Ehrespalebärglemer des Sperber-Kollegiums Basel.

Literatur

  • Trachsler, Beat: R. R., 1990.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Roland Rasser, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1465–1466.

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