Charles Ferdinand Vaucher

Aus Theaterlexikon
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* 19.1.1902 Basel, † 28.2.1972 Herrliberg ZH, auch C. F. Vaucher und Charles F. V. ∞ I. 1939 →Katja Wulff, Tänzerin, ∞ II. 1947 →Edith Carola, Tänzerin und Schauspielerin.

Gymnasium in Basel, Studium der Rechtswissenschaften in Genf und Basel, daneben in Genf Statisterie bei →Georges Pitoëff sowie Schauspielausbildung bei →Jean Bard und Mitwirkung in dessen Compagnie. Übersetzer der tschechoslowakischen Delegation beim Völkerbund und Privatübersetzer des damaligen tschechischen Aussenministers Eduard Benesch. Mitglied der Tanzgruppe von Wulff. Beitritt zur Kommunistischen Partei. Nach dem Tod des Vaters 1930 Übersiedlung nach Basel. Regiearbeiten für eine Agitpropgruppe. 1932 zusammen mit Fritz Ritter Gründung der Truppe der Gegenwart (Tourneen mit Wolfs "Cyankali" und O’Caseys "Der Pflug und die Sterne"). V. half ab 1933 zahlreichen Flüchtlingen illegal über die Schweizer Grenze, darunter dem Schauspieler →Wolfgang Langhoff. 1934 Regieassistent von Louis Jouvet in Paris. Vorträge an der Universität Basel. 1935 Teilnahme am Internationalen Schriftstellerkongress in Paris und an den Moskauer Bühnenfestspielen, 1937 Vertreter der Schweiz am II. Internationalen Kongress der Schriftsteller zur Verteidigung der Kultur in Valencia. Reportagen aus dem Spanischen Bürgerkrieg für die linke Zürcher Wochenzeitung "ABC". 1939 Produzent und Drehbuchautor des Schweizer Films "Farinet" (Regie: →Max Haufler, mit Jean-Louis Barrault). Autor unter anderem für das Kabarett →Resslirytti und das →Cabaret Cornichon (ab 1937, ab 1940 auch Regisseur). Schauspielrollen in Filmen und am →Schauspielhaus Zürich, dort 1941 Inszenierung von Shaws "Man kann nie wissen". Ab 1943 Texter, Regisseur und wichtigster Mitarbeiter von →Alfred RassersCabaret Kaktus, auch später Regisseur von Rassers Produktionen. 1945 Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "Der grüne Heinrich" (zusammen mit Peter Surava). Erneut Autor und 1950 auch Regisseur für das Cabaret Cornichon und später unter anderem für die Cabaretduos →Voli Geiler/→Walter Morath und →Ruedi Walter/→Margrit Rainer. 1949 als Pastor in Shaws "Frau Warrens Gewerbe" auf Tournee mit →Maria Becker. 1955 Israel-Tournee mit Geiler/Morath. Dann vermehrt Radio- und Fernseharbeit (unter anderem Kochkurse für Männer, Unterhaltungssendungen), diverse Hörspielbearbeitungen, Zeitungskolumnen (zum Teil unter Pseudonym), Werbetexte und -filme. Gastrollen am →Bernhard-Theater und am Schauspielhaus Zürich. 1996 kam V.s autobiographische Schrift "Aus meiner linken Schublade. Erzählungen eines Lebens" mit Zwischentexten von Peter Kamber heraus.

Auszeichnungen

  • 1971 Ehrengabe des Kantons Zürich.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Charles Ferdinand Vaucher, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1995–1996.

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