Hans Gmür

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* 1.2.1927 Chur GR, † 15.4.2004 Nottwil LU.

1947 Matura an der Bündner Kantonsschule, dann Studium der Germanistik an der Universität Zürich. 1953 Dissertation über "Dramatische und theatralische Stilelemente in Grillparzers Dramen". Anschliessend Autor und Regisseur von Dokumentar- und Werbefilmen. 1958–64 Leiter des Ressorts "Gesprochene Unterhaltung" von Radio Zürich. In den fünfziger Jahren freier Mitarbeiter der satirischen Wochenzeitschrift "Nebelspalter". 1964–66 Redaktor der "Weltwoche" und 1966–70 Chefredaktor der Frauenzeitschrift "Annabelle". 1970–73 zusammen mit →Karl Suter, Hans Peter Roth und →Gody Suter Mitglied der Geschäftsleitung der Turnus Film AG in Gutenswil. Erste Tätigkeit als Bühnenautor für den abstinenten Kantonsschülerverein Curia in Chur. In den fünfziger Jahren Verfasser von Texten für das →Cabaret Federal. G. ist Autor von rund fünfzig Bühnenstücken, vorwiegend in Mundart, von denen die meisten im →Theater am Hechtplatz oder im →Bernhard-Theater in Zürich uraufgeführt wurden. Musicals und Cabaret-Revuen zusammen mit Karl Suter und meistens mit dem Komponisten →Hans Moeckel, darunter: "Schön ist die Jugend" (1960 für das Cabaret Federal), "Bibi Balù"(1965), "Golden Girl" (1967), "Viva Banana" (1972, alle mit →Ines Torelli in der Hauptrolle), "Holiday in Switzerland" (1975 zusammen mit →Max Rüeger, Musik: Peter Jacques) oder "Z wie Züri" (1976, Musik: Moeckel/Jacques). Als Alleinautor oder zusammen mit Koautoren: zum Beispiel "Ciao Ticino!"(1978, Musik: Renato Bui/Nella Martinetti/Emil Moser/René Wicky), "Plausch in Züri" (1983, mit →Charles Lewinsky, Musik: Willi Brameshuber und andere), "Seldwyla 91" (1991, nach →Gottfried Keller, Musik: Brameshuber/Carlo Brunner/Alex Eugster) oder "Bongo Bongo" (1996, Musik Brunner/Eugster). Kriminalkomödien, beispielsweise "Rabeneck" (1979) oder "Lady Päng" (1982, beide mit →Stephanie Glaser in der Hauptrolle). Ausserdem schrieb er das Buch für Udo Jürgens’ Musical "Helden, Helden" nach Shaws "Arms and the Man" (Uraufführung 27.10.1972 am Theater an der Wien, Schweizer Erstaufführung 25.10.1973 am →Stadttheater Luzern). Komödien und Schwänke, zum Teil Bearbeitungen von Stücken anderer Autoren, so "Seitensprung ins Paradies" (1986, nach Arnold/Bach), "Charleys Tante" (1987, nach Branden Thomas), "Beidi wänd’s Heidi" (1992), "Sexy Sepp" (1994), "De dritt Früelig" (1998) und "Das Gästebuch" (2003 für →Walter Andreas Müller). Ferner auch Theatertätigkeit für Kinder, zum Beispiel mit dem Musical "Zauber Zirkus Zuckerhut" (1979 am →Opernhaus Zürich, zusammen mit →Jörg Schneider, Musik: Moeckel) oder der Dramatisierung des "Schellen-Ursli" von →Alois Carigiet und Selina Chönz (1987). 1974 zusammen mit Karl Suter Lancierung des "Bernhard-Apéro" im Bernhard-Theater Zürich, der ersten Schweizer Talkshow. Moderation dieser Veranstaltungsreihe bis zu deren Aufgabe 1998, zunächst zusammen mit Suter, nach dessen Tod allein. Engagement für das Bernhard-Theater als Präsident des Publikumsvereins "Freunde des Bernhard-Theaters" bis zu dessen Auflösung im Jahr 2000. Fernseh-Tätigkeit zusammen mit Rüeger als Autor der Satire "Holiday in Switzerland". 1977–93 Gastgeber im Quiz "Ich trage einen grossen Namen" auf dem deutschen Fernsehkanal Südwest 3. Am Schweizer Radio Verfasser von Texten für das Zürcher Radio-Cabaret sowie Redaktor der Sendungen "Mini Meinig – dini Meinig" (1961–66) und "Oder …?"(1973–76). Koautor der Drehbücher für Karl Suters Filme "Der Mustergatte" (1959), "Der Herr mit der schwarzen Melone" (1960) und "Chikita" (1961). Bearbeitung von Kinder- und Jugendbüchern für Schallplatte. G. gilt als einer der bedeutendsten Autoren des deutschschweizerischen Unterhaltungstheaters.

Auszeichnungen

  • 1969 Goldene Rose von Montreux für die Fernsehfassung der Revue "Holiday in Switzerland",
  • 1975 Prix Walo,
  • 1987 Prix Bernhard in Würdigung seiner Verdienste um das Bernhard-Theater.


Autor: Paul Schneeberger



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Schneeberger, Paul: Hans Gmür, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 724–725.

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