Werner Hutterli

Aus Theaterlexikon
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* 6.6.1946 Bern. Bruder des Autors →Kurt H. ∞ Heidi H., Dramaturgin.

H. besuchte 1963–66 die Schule für Gestaltung Bern (Lehrer: Hans Schwarzenbach), bereits ab 1962 schuf er erste Bühnenbilder für das →Galerietheater Die Rampe in Bern. 1966–70 Studium an der Akademie für Bildende Künste in Wien in der Klasse für Szenenkunst (Prof. Rudolf Heinrich). H. war Assistent an verschiedenen Bühnen, unter anderem am Deutschen Theater Berlin (Assistent von →Benno Besson) und am →Schauspielhaus Zürich. 1966–70 Studienaufenthalt bei Jiří Trnka in Prag. 1970–73 war H. Ausstattungsleiter an den Städtischen Bühnen Dortmund, 1973–75 Ausstattungsleiter am Ulmer Theater, 1976–80 Bühnenbildner an den →Basler Theatern (1978 Henzes Ballett "Undine", 1979 Lessings "Emilia Galotti" und Telemanns "Pimpinone", 1981 Mnouchkines "Mephisto") und ab 1977 als Gast sowie 1980–99 fest engagiert am →Stadttheater Bern. Dort schuf H. Bühnenbilder zu zahlreichen Shakespeare-Dramen (1977 "König Lear", 1979 und 1997 "Was ihr wollt", 1980 "Wie es euch gefällt", 1981 und 1991 "Ein Sommernachtstraum", 1983 "Macbeth", 1984 "Der Kaufmann von Venedig", 1987 "Der Sturm", 1995 "Die Geschichte von König Heinrich IV.", 1999 "Hamlet"), zudem stattete er unter anderem aus 1982 Aristophanes’ "Lysistrate", 1983 Heiner Müllers "Quartett", 1985 Becketts "Endspiel", 1986 Gorkis "Die Kleinbürger", 1988 Pirandellos "Die Riesen vom Berge", 1989 Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald", 1990 →Rolf Hochhuths "Unbefleckte Empfängnis", 1993 →Thomas Hürlimanns "Der Gesandte", Bernhards "Die Macht der Gewohnheit" und O’Caseys "Der Pflug und die Sterne", 1994 Lessings "Minna von Barnhelm", 1995 Goldonis "Der Antiquitätensammler", 1995 Goethes "Faust I" und 1997 dessen "Faust II", 1998 Yasmina Rezas "Reise in den Winter" und Hürlimanns "Das Lied der Heimat". Auch einige Opern stattete H. am Stadttheater Bern aus, etwa 1991 Richard Strauss’ "Salome", 1994 Bergs "Lulu" und →Richard Wagners "Der fliegende Holländer", 1996 die Uraufführung von Daniel Schnyders "Der Sturm". 1984 entwarf er die Bühnenbilder für das gemeinsam mit seiner Ehefrau verfasste Kinderstück "Rägebogeland" und für Kurt H.s "Bakunin am Lago Maggiore", bei beiden Stücken führte H. gemeinsam mit seiner Ehefrau Regie. 1999–2003 war H. Ausstattungsleiter der Volksoper Wien (Direktor: →Dominique Mentha). Zudem entwarf H. Ausstattungen unter anderem am Schillertheater Berlin, an den Münchner Kammerspielen, am Burgtheater Wien, in Bremen, Darmstadt, Düsseldorf, Frankfurt und Kassel sowie für das →Grand Théâtre in Genf, das →Stadttheater Luzern, das →Stadttheater St. Gallen (1983 Büchners "Woyzeck", 1985 Shakespeares "Hamlet", 1987 Dorsts "Der verbotene Garten" und →Max Frischs "Biedermann und die Brandstifter", 1989 Ibsens "Peer Gynt"). Insgesamt hat H. rund 400 Bühnenausstattungen für Schauspiel, Oper und Ballett geschaffen, etwa hundert davon für das Stadttheater Bern. Ab 1982 regelmässig Regietätigkeit, dazu Fernsehtätigkeit. 1986 künstlerischer Leiter der Ausstellung "Mythos Berlin", 1995 Ausstellung des begehbaren Raums "Faust Weltbild" an der 8. Quadriennale für Bühnenbild und Theaterarchitektur in Prag (Dokumentation 1995: H., W.: Faust – Welt – Bild. Ein Denkraum zur Tragödie menschlicher Unzulänglichkeiten), 1996 Ausstellung seines Schaffens in der Schweizerischen Landesbibliothek in Bern.

Auszeichnungen

Literatur

  • Mimos 2/1998.


Autorin: Angelika Hunziker



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hunziker, Angelika: Werner Hutterli, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 894–895.

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