Ary Oechslin

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* 26.6.1914 Berlin (D), † 22.1.1994 Kriechenwil BE, eigentlich Arnold O. Sohn des Malers und Bildhauers Arnold O. ∞ Margarete Rogeler, Kostümbildnerin.

1932–34 Berufslehre als Maler und Dekorationsmaler in Schaffhausen, 1934–35 Kunstschule Reimann in Berlin, 1936–39 Staatliche Hochschule für bildende Künste Berlin, 1939–40 Meisterschule der Stadt Berlin. 1940 bis Januar 1942 Assistent an der Deutschen Oper Berlin, 1942–44 waren O. und Rogeler Assistenten der Ausstattungsleitung am Stadttheater/Theater der Stadt Straßburg. 1945–52 war O. als freischaffender Maler und Grafiker in der Schweiz tätig. 1952/53 Engagements am →Stadttheater Chur, am →Sommertheater Winterthur, 1952–55 am →Städtebundtheater Biel-Solothurn. 1954 zuerst als Gast, 1955–64 als ständiger Bühnenbildner des →Atelier-Theaters Bern verpflichtet (Direktionen: →Adolph Spalinger, →Raoul Alster, →Rudolf Wessely), wo er mit nahezu hundert Ausstattungen das Profil der Kammerspielbühne mitprägte: O. schuf die Bühnenbilder zu schweizerischen Erstaufführungen englischsprachiger Autoren wie Nash oder Sherwood und von Komödien Shaws, Kishons und Sagans, zu Stücken von →Georg Kaiser, Anouilh, Mrożek, zu →Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame" in der Regie von Dürrenmatt oder →Max Frischs "Andorra". Daneben Gastverträge, unter anderem ab 1959 bei der →Schauspieltruppe Zürich (Turgenjews "Ein Monat auf dem Lande", Shakespeares "Viel Lärm um nichts", Wilders "Wir sind noch einmal davongekommen") und 1960–63 an der →Komödie Basel unter der Direktion →Egon Karters (Hauptmanns "Fuhrmann Henschel", →Hermann Ferdinand Schells "Der Landvogt von Greifensee", Sartres "Der Teufel und der liebe Gott", Dürrenmatts "Herkules und der Stall des Augias"). 1964–79 Chefbühnenbildner am →Stadttheater Bern unter der Direktion von →Walter Oberer, dort rund hundert Ausstattungen für Oper, Operette und Schauspiel. Zahlreiche Bühnenbilder sind in enger Zusammenarbeit mit und unter der Regie von Oberer entstanden, beispielsweise 1966 Werner Egks "Peer Gynt", 1967 García Lorcas "Yerma", 1968 Kleists "Penthesilea", 1972 Janáčeks "Jenufa", 1973 Verdis "Stiffelio", 1976 Francis Poulencs "Die Letzte am Schafott" und Richard Strauss’ "Salome" sowie 1968 Frischs "Biografie. Ein Spiel" (Regie: Dieter Stürmer), →Rolf Hochhuths "Soldaten" (Regie: →Gert Westphal) und 1973 Frischs "Die chinesische Mauer" (Regie: →Volker Hesse). Mit dem Ende der Ära Oberer 1979 beendete auch O. seine Tätigkeit als Bühnenbildner und arbeitete als freier Maler.

Auszeichnungen

  • 1979 Medaglia d’oro der Accademia Italia delle Arti e del Lavoro, Salsomaggiore Terme,
  • 1986 Targa d’oro Premio d’Italia der Accademia Italia, Calvatone, für sein Gemälde "Mondengel".

Literatur

  • Sibillano, Pasquale: A. O. Nachlass des Bühnenbildners in der Schweizerischen Theatersammlung, Inventar- und Werkkatalog. Lizenziatsarbeit der Universität Zürich, 1996.

Nachlass

  • Teilnachlass in der Schweizerischen Theatersammlung, Bern.


Autor: Christian Jauslin



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Jauslin, Christian: Ary Oechslin, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1340–1341.

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