Dodò Deér

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* 13.11.1949 Budapest (H).

1975 Abschluss des Studiums der Ökonomie und Soziologie an der Universität St. Gallen, 1979 Abschluss als Werklehrer an der Schule für Gestaltung Zürich. Erstes Engagement am Theater am Kirchplatz im liechtensteinischen Schaan unter der Intendanz von Alois Büchel (Edgar in Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W.", Giovanni in Fos "Bezahlt wird nicht", Arlecchino in Goldonis "Der Diener zweier Herren"). 1980–83 war D. Ensemblemitglied des Kinder- und Jugendtheaters →Spatz & Co. in Baden unter der Leitung →Jean Grädels, spielte unter anderem Tobias in "Blyb bi dir" und Felix in "Highweh?"(beides Kollektivproduktionen, Regie: Grädel). Seit 1982 intensives kulturpolitisches und künstlerisches Engagement für das freie Theater in der Schweiz. Mitbegründer und Mitglied der freien Theatergruppe →Theater M.A.R.I.A. Dort spielte er unter anderem in der ersten Produktion 1983 Fetzer in der Schweizer Erstaufführung von Nigel Williams’"Klassenfeind" (Regie: →Wolfram Berger). Bis 1995 war D. an den Produktionen dieser Gruppe, die sich zu einer der wichtigen und innovativen der Schweiz mit Einladungen zu internationalen Festivals und Gastspielreisen entwickelte, als Regisseur, Schauspieler oder Bühnenbildner beteiligt (ab Mitte 1989 als Produktionsgemeinschaft unter dem Namen "Freies Theater M.A.R.I.A.UNSER" organisiert). Wichtigste Rollen: 1988 Hartmann in F. K. Waechters "Nach Aschenfeld" (Regie: Berger, in Koproduktion mit dem Rotta-Theater), 1991 Engel in Victor Haïms "La Valse du hasard" und 1995 Vater Hase in Coline Serreaus "Hase Hase" (Regie beide: Serena Sartori). Wichtigste Inszenierungen: 1986 Schwitters "Der Zusammenstoss" und →Urs Widmers "Nepal" (beide Theaterladen Aarau), 1987 Boris Vians "Schmürz" (THEATERUNSER Erlinsbach), 1992 Christoph Heins "Die Ritter der Tafelrunde" (Freies Theater M.A.R.I.A.UNSER). Seit 1995 ist D. als freischaffender Schauspieler, Bühnenbildner und Regisseur tätig. 1996–99 Engagements für einzelne Produktionen am →Theater Neumarkt Zürich unter der Direktion von →Volker Hesse/→Stephan Müller: Er spielte unter anderem 1996 in Widmers "Top Dogs" (das er 2000 im →Theater an der Effingerstrasse in Bern selbst inszenierte) sowie mehrere Rollen in →Thomas Hürlimanns "Carleton" und 1998 Ritter von Stoffeln in Widmers "Die schwarze Spinne" (Regie jeweils: Hesse). Als Bühnenbildner stattete er dort "Romeo und Julia. Eine Züri Westside-Story nach Shakespeare" aus (Produktion der Gruppe U 21, Regie: →Paul Steinmann) und Theresia Walsers "King Kongs Töchter" (Regie: Hesse). Weitere Tätigkeit als Bühnenbildner unter anderem für das Theater Phönix in Linz, das Theater der Jugend in Wien und weiterhin für das Freie Theater M.A.R.I.A. Seit 1983 Lehrauftrag für Theater und Szenisches Gestalten an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich. D. ist im Vorstand des Theaterrats des →Theaterhauses Gessnerallee Zürich, 1985–91 war er im Vorstand der →ASTEJ.



Autor: Jean Grädel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Grädel, Jean: Dodò Deér, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 438.

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