Rosalinde Renn

Aus Theaterlexikon
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* 14.7.1941 Graz (A). ∞ I. Günther Riebold, Schauspieler.

1958–60 Schauspielausbildung in Graz an der Akademie für Musik und darstellende Kunst. 1960–66 erstes Engagement am →Stadttheater St. Gallen, wo R. diverse Charakterrollen interpretierte, unter anderem die Titelrollen in Lessings "Minna von Barnhelm" und Goethes "Iphigenie auf Tauris". 1968–75 wirkte sie (abgesehen von einem Gastengagement 1970 am →Stadttheater Bern) während der Intendanz →Werner Düggelins an den →Basler Theatern (beispielsweise Sostrata in Machiavellis "Mandragora", Dol in Ben Jonsons "Der Alchemist", Regie beide: Jiří Menzel, Mizzi Schlager in Schnitzlers "Liebelei", diverse Rollen in Karl Kraus’ "Die letzten Tage der Menschheit", Regie beide: →Hans Hollmann, Maria Concepta in Brendan Behans "Richards Korkbein" und Emma in der Uraufführung von →Adolf Muschgs "Kellers Abend", Regie: Düggelin). 1975–77 am →Theater am Neumarkt in Zürich (unter anderem Antonia in Dario Fos "Bezahlt wird nicht!"). 1978–83 regelmässig als Gast an den Basler Theatern, wo R. etwa die Frau in Botho Strauß’ "Kalldewey, Farce" in einer Inszenierung von →Urs Schaub spielte, mit dem sie bereits 1980 als Gast in Bern zusammengearbeitet hatte (Titelrolle in Hans Henny Jahnns "Medea"). Daneben als Gast an der →Innerstadtbühne Aarau (unter anderem 1979 Inszenierung von Ugo Bettis "Die Ziegeninsel"), am →Theater an der Winkelwiese in Zürich (unter anderem 1980 mit →Peter Schweiger in Jandls Sprechoper "Aus der Fremde", Regie: Tobias Wyss, 1981 für zwei Inszenierungen verantwortlich) und am Theater am Neumarkt (unter anderem 1982 Frau Jahn in →Heinrich Henkels "Still Ronnie", Regie: →Helmut Palitsch, 1984 Stefanie in H. C. Artmanns "Erlaubent, Schas, sehr heiss bitte!", Regie: →Alfred Pfeifer). Danach überwiegend in Deutschland tätig: 1984–86 unter Claus Peymann am Schauspielhaus Bochum, 1985–90 an den Bühnen der Stadt Köln. Es folgten Gastrollen 1990/91 am Schauspiel Frankfurt am Main, 1991/92 am Schauspiel Bonn, 1992/93 am Fritz Rémond Theater im Zoo in Frankfurt am Main und 1994/95 am Düsseldorfer Schauspielhaus. 1995–2000 war R. Ensemblemitglied und 2000/01 Gast am Badischen Staatstheater in Karlsruhe, 2001/02 Gast an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach, in Linz und Ingolstadt. Seit den neunziger Jahren gastiert R. wieder regelmässig an Schweizer Bühnen. Nebst eigenen Inszenierungen spielte sie wiederholt unter der Direktion von Schweiger in St. Gallen (1995 Mutter in der Uraufführung von Helen Meiers "Die gegessene Rose", 1996 Valerie in Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald", Regie jeweils: Irmgard Lange) und gab 1997 am →See-Burgtheater in Kreuzlingen Claire Zachanassian in →Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame", die sie 2003 in St. Gallen abermals verkörperte. 1999–2000 erneut am Stadttheater Bern (als Emily Paine in Anne Mearas "Nachspiel" und als Grete in Werner Schwabs "Die Präsidentinnen"). Diverse Film-, Fernseh- und Hörspielrollen. R. unterrichtete 1975–77 an der →Schauspiel-Akademie Zürich, 1989/90 an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz, 1990–93 an der Folkwang-Hochschule in Essen.



Autor: Michael Gautier



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Gautier, Michael: Rosalinde Renn, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1481–1482.

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