Wiltrud Tschudi

Aus Theaterlexikon
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* 23.7.1915 Hamburg (D). Tochter von Rudolf T., Professor der Orientalistik.

1935–37 Schauspielausbildung bei Magda Lena in München. Erstes Engagement in Bremerhaven, 1939 als Externistin am →Schauspielhaus Zürich, danach beim Schweizer Armeetheater und bei der →Tribüne Bern, 1944–47 am →Städtebundtheater Biel-Solothurn, 1947–61 unter der Direktion von →Karl Gotthilf Kachler am →Stadttheater St. Gallen (über hundert zumeist tragende Rollen, darunter 1947 Leonore Sanvitale in Goethes "Torquato Tasso", Titelrolle in Schiller/Gozzis "Turandot" und Mrs. Cheveley in Wildes "Ein idealer Gatte"; 1948 Ellida in Ibsens "Die Frau vom Meere", Regie: →Johannes Steiner; 1949 Amei in →Cäsar von Arx’ "Der Verrat von Novara"; 1951 Ines in Sartres "Bei geschlossenen Türen"; 1952 Miss Prism in Wildes "Bunbury", Regie: →Karl Ferber, und Königin Gertrude in Grillparzers "Ein treuer Diener seines Herrn", Regie: Kachler; 1954 Lady Macbeth in Shakespeares "Macbeth" und Titania in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum"; 1956 Frau Alving in Ibsens "Gespenster"; 1958 Claire Zachanassian in →Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame"; 1960 Titelrolle in Ibsens "Hedda Gabler"; 1961 Herzogin in Anouilhs "Leocadia"), daneben als Gast am →Stadttheater Basel (1944 Witwe Quin in Synges "Der Wunderheld des Westerlands", Regie: →Otto Brefin; 1960 Klytaimnestra in Aischylos’ "Die Orestie", Regie: Kachler) und an der →Komödie Basel (1956 Missionarsgattin in Colton/Clemens’ "Regen", Regie: →Edward Rothe). 1966–71 spielte T. an den Deutschen Kammerspielen in Buenos Aires (unter anderem Frau Nomsen in Dürrenmatts "Der Meteor", Regie: →Hans Gerd Kübel; Celestina in →Max Frischs "Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie" und Celia Peachum in →Bertolt Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper", Regie: Reinhold K. Olszewski). Danach lebte T. als freischaffende Schauspielerin in Basel, ging mehrmals auf Tournee mit der →Bühne 64 Zürich, gastierte unter anderem am →Theater an der Winkelwiese Zürich, am →Theater am Neumarkt Zürich (1985 als zweite ältere Frau in der Schweizer Erstaufführung von Friederike Roths "Klavierspiele", Regie: →Peter Schweiger) und an den →Basler Theatern (1987 Rosa in Galins "Einmal Moskau und zurück").



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Wiltrud Tschudi, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1975.

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