Walter Andreas Müller

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* 3.9.1945 Zürich.

Nach der Handelsschule als Verlagskaufmann und dem Diplom an der Swiss Mercantile School London 1965–69 Schauspielausbildung am →Bühnenstudio Zürich. Erste Engagements 1969 an der Landesbühne Rendsburg, 1969/70 am Theater am Dom Köln, 1970–72 an den Städtischen Bühnen Bielefeld und 1972–75 am →Theater an der Winkelwiese Zürich. Nach den Anfängerjahren kristallisierte sich sehr bald M.s aussergewöhnliches Talent als Komiker und Imitator heraus. Seither spielte er unter anderem an den →Basler Theatern (1975 Ruedi in →Paul Burkhards "Der schwarze Hecht", Regie: →Martin Markun), ab 1975 am →Hechtplatz-Theater Zürich (in diversen Märchenproduktionen von Edi Baur; 1979 als Bruno Hirzel in →Hans Gmürs "Rabeneck", Regie: Richard Münch; in diversen Rollen in →Urs Widmers "Stan und Ollie in der Schweiz", Regie: →Michael Wedekind), am →Corso-Theater Zürich (1978 bleicher Jüngling sowie 1986 und 1988 Conférencier Röbeli Meier in Burkhard/→Walter Leschs "Die kleine Niederdorf-Oper"), am →Galerietheater Die Rampe in Bern (1979 Zwiebeldurchlaucht in Romain Weingartens "Der Sommer", Regie: Ulrich Weber), am →Theater für den Kanton Zürich (1981 Kobi in →Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame", Regie: →Reinhart Spörri, und König in Jewgenij Schwarz/→Gerold Späths "E ganz gwöndlis Wunder", Regie: →Franziska Kohlund), am →Sommertheater Winterthur und am →Opernhaus Zürich. Seit 1985 trat M. regelmässig am →Atelier-Theater Bern auf (unter anderem 1985 Bob in Arthur Newfields "Ein Jackson zuviel", Regie: Reinhard Papula; 1987 Mr. Bloome in Philip Kings "Die Maus", Regie: →Rudolf Kautek; 1992 Kontrabassist in Patrick Süskinds Monolog "Der Kontrabass", Regie: →Kurt Schwarz; 1994 Stefan Lutz in Yeldhams "Geteilte Freude", Regie: →Stefan Huber, und Albert in Laurence Jyls "Ein schöner Schwede", Regie: Hasso Degner). Er ging auf Schweizer Tourneen als Benjamin Zangger in Chesnots "Vier linke Hände" (1987–91), Kommissar in Popplewell/Gmürs "Katharina die Kühne" (1988/89) und Karl Kuster in Molnárs "Spiel im Schloss" (1990/91). M. spielte zudem 1977–93 in diversen Schweizer Musical-Produktionen mit wie etwa in →Karl Suter/Gmürs "Häppi Börsdei", →Max Rüegers "Hopp Hueber!", Gmürs "Dörfli-Star" und "Hotel Happy End", ab 2001 als Erzähler und Sänger in →Jörg Schneider/Emil Mosers "Jim Knopf & Co". Zu seinen letzten Rollen gehörten unter anderem: 2000/01 Gefängniswärter Frosch in Johann Strauß’ "Die Fledermaus" (Regie: Robert Herzl) am →Stadttheater St. Gallen, 2000 der Medientycoon Ted in Samirs "Norman Plays Golf" (Regie: Samir) am →Theaterhaus Gessner­allee Zürich sowie 2002 Conrad Brandenberger, Inspector Columbo, Wachtmeister Studer, Hercule Poirot und Miss Marple in Gmürs "Der Kongress der Detektive" (Regie: →René Scheibli) und Clov in Becketts "Ändspil" (Dialektfassung und Regie: Thomas Hostettler) auf Tournee in der Schweiz. Ausserordentliche Bekanntheit erlangte M. durch seine zahlreichen Arbeiten als Moderator, Parodist und Schauspieler in Unterhaltungssendungen, Galas, Sitcoms und Fernsehfilmen des Schweizer Fernsehens DRS wie "Viktors Spätprogramm", "Benissimo", 1987–93 Adam Chifler in "Traumpaar" und 1994–99 Kellner Hans Meier in hundert Folgen der Sitcom "Fascht e Familie". Langjähriger Sprecher und Moderator des Schweizer Radios DRS, diverse Märchenproduktionen für verschiedene Labels, CDs mit Sketches und Geschichten.

Auszeichnungen

  • 1987 Prix Walo,
  • 1990 TV-Tell für die beliebteste TV-Sendung "Katharina die Kühne",
  • 1995 zwei Prix Walo für "Fascht e Familie",
  • 2003 Prix Walo in der Kategorie "Schauspiel",
  • Goldene Kassette für über ein Dutzend goldene und mehrere Platin-Verkäufe der "Globi"-Produktionen.


Autor: Jean Grädel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Grädel, Jean: Walter Andreas Müller, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1289–1290.

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