Stephanie Glaser

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* 22.2.1920 Neuenburg, auch Stefanie G. ∞ Oskar Düby, Filmproduzent. Hotelfachlehre in Bern.

Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien (Diplom 1938). Gesangsstudium bei Gertrud Wyler und →Felix Loeffel. 1939 erstes Engagement am →Städtebundtheater Biel-Solothurn als Schauspielerin, Balletttänzerin und Chorsängerin. Ab 1940 spielte sie bei der →Schweizer Soldaten-Bühne "Bärentatze", ferner am Theater Franco Borghi und bei den American Players. 1942/43 und 1946–50 als Gast sowie 1950–52 fest engagiert am →Stadttheater Bern (über vierzig Rollen, darunter Piccolo in →Ralph Benatzkys "Im weissen Rössl", Meerkatze in Goethes "Faust I", Regie: →Hans Lietzau, Feodor in Mussorgskys "Boris Godunow", Regie: →Stephan Beinl). 1952–60 war G. Mitglied des →Cabarets Federal in Zürich (eine markante Rolle war die Berner Marktfrau in "Wer lacht, lebt länger", Regie: →Lukas Ammann) und wirkte daneben in verschiedenen Schweizer Filmen mit (1954/55 als Trinette in →Franz Schnyders "Uli der Knecht" und "Uli der Pächter"). 1959 spielte G. in der Eröffnungspremiere des →Theaters am Hechtplatz in Zürich die Dame in →Werner Wollenberger/→Hans Moeckel/→Otto Weisserts "Eusi chliini Stadt"; dieses Theater wurde ihr zur künstlerischen Heimat. Freiberuflich spielte sie in zahlreichen Musicals, Lustspielen und Boulevardkomödien sowie im Kabarettprogramm "Use mues es" zusammen mit →Fredy Lienhard. In der Unterhaltungssendung "Teleboy" des Schweizer Fernsehens DRS kreierte sie 1974 die skurrile Figur der Tante Elise, was ihre Popularität noch erhöhte und 1975 zu einem Soloprogramm führte: "Elise M. privat" (Regie: →Inigo Gallo). Gallo war auch als Schauspieler ein Partner, mit dem sie harmonisierte, so etwa in Barillet/Grédys "S’Riibise" (Dialektfassung: Wollenberger, Regie: →Franz Matter). Ihr eigentlicher Hausautor wurde →Hans Gmür, so spielte sie (in den eigens für sie geschriebenen Kriminalkomödien) Susanna Oberholzer in "Schloss Rabeneck", Elvira Wirz in "Lady Päng" (Regie: Gallo) und Astrid de Wanzenried in "Tigerfalle" (Regie: Jürgen Wölffer, mit Georg Thomalla). G. trat regelmässig am →Sommertheater Winterthur auf (Mrs. Lily Piper in Jack Popplewells "Die Putzfrau als Detektiv", Ollie in →Urs Widmers "Stan und Ollie in der Schweiz", Abby Brewster in Kesselrings "Arsen und Spitzenhäubchen", Margaret Wilberforth in William Roses "Ladykillers") und am →Atelier-Theater Bern (Céline in Maria Pacômes "Bring’s mir bei, Céline"). Die leichte Muse schien G.s Domäne, dann aber bewies sie ihre Vielseitigkeit mit zwei eindrücklichen Frauengestalten in →Hansjörg Schneiders "Altwiibersummer" (Mansarde des Stadttheaters Bern 1984, Regie: Andreas Bareiss) und in →Ernst Burrens Monodrama "Näschtwermi" (→Theater Tuchlaube Aarau 1992, Regie: Matter). Fernsehporträts: G. im Gespräch mit Thomas Hostettler (Schweizer Fernsehen DRS 1983); G. in der Reihe "Schweizerlacher" (Schweizer Fernsehen DRS 1986).



Autorin: Judith Niethammer



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Niethammer, Judith: Stephanie Glaser, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 719.

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