Margarete Fries

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* 14.6.1911 Wien (A), auch Margarethe F.

Nach dem Besuch der Universität Wien und erfolgter Promotion studierte F. Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar. Engagements an verschiedenen Wiener Bühnen, unter anderem 1932/33 und 1937/38 am Deutschen Volkstheater. 1938 Emigration in die Schweiz. 1938–40 am →Stadttheater Bern, Bern BE (unter anderem Elisabeth in Schillers "Maria Stuart", Olivia in Shakespeares "Was ihr wollt", Titelrolle in Molnárs "Olympia"). 1940 engagierte sie →Oskar Wälterlin, nachdem sie für die erkrankte →Hortense Raky die Königin in Scribes "Ein Glas Wasser"übernommen hatte, ans →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH. Ihre Antrittsrolle als Mitglied des Ensembles, welchem sie bis 1947 angehörte, war Maria in Schillers "Maria Stuart" an der Seite von →Maria Becker. Unter anderem spielte F. am Schauspielhaus Zürich Eleonore von Este in Goethes "Torquato Tasso" (Regie: Wälterlin), Christine in O’Neills "Trauer muss Elektra tragen" (Regie: →Leonard Steckel), die Gattin Sarynzews in Tolstois "Und das Licht leuchtet in der Finsternis", Frau Intermann in der Uraufführung von →Hermann Kessers "Professor Intermann" (Regie: →Lukas Ammann), Kleopatra in der Uraufführung von →Max Frischs "Die chinesische Mauer" (Regie: Steckel), Katherina in der Uraufführung von →Friedrich Dürrenmatts "Es steht geschrieben" (Regie: →Kurt Horwitz), Gertrude in Shakespeares "Hamlet" (Regie: Wälterlin, mit →Will Quadflieg) sowie die Titelrollen in Lessings "Minna von Barnhelm" (Regie: Wälterlin), in Racines "Phädra" (Regie: →Leopold Lindtberg) und in Max Christian Feilers "Heinrich VII. und seine sechste Frau" (Regie: Max Ophüls). Als Gast war F. 1947 am →Stadttheater Luzern in den Titelrollen von Lessings "Minna von Barnhelm" (Regie: →Paul Schill) und Edmond Guirods "Anna Karenina" (nach Tolstoi, Regie: →Hermann Brand) zu sehen, am →Stadttheater Basel unter anderem 1946 als Roxane in Rostands "Cyrano de Bergerac" (Regie: →Richard Révy). Von März 1948 bis zu ihrer Pensionierung 1987 gehörte F. zum Ensemble des Volkstheaters Wien, wo sie unter anderem die Señora in Frischs "Andorra" (Regie: Leon Epp), Anastasia in Dürrenmatts "Die Ehe des Herrn Mississippi" (Regie: Gustav Manker), Lady Milford in Schillers "Kabale und Liebe" sowie die Kaiserin Elisabeth in Duschinskys "Kaiser Franz Josef I."(Regie: →Karl Paryla) spielte. Daneben gastierte sie weiterhin an Schweizer Bühnen: am Stadttheater Basel (1950 Elmire in Molières "Der Tartuffe", Regie: →Werner Kraut, und Titelrolle in Shaws "Candida", Regie: →Friedrich Schramm), 1951–53 am →Theater am Central in Zürich (Denise Darvet-Stuart in Sauvajon/Jackson/Bottomleys "Die Kinder Eduards", Mrs. Cheveley in Wildes "Ein idealer Gatte"), am Schauspielhaus Zürich (1957 Frau Flamm in Hauptmanns "Rose Bernd", Regie: →Kurt Hirschfeld; Oberköchin Mitzelbach in der Uraufführung von Max Brods "Amerika" nach Kafka, Regie: Steckel; Angélique Dé in Giraudoux’ "Die Unsterbliche"; 1960 Karin in →Georg Kaisers "Kolportage"; 1970 Johanna in Elias Canettis "Hochzeit", Regie: Max Peter Ammann). Als Filmschauspielerin reüssierte F. in "Ledige Mutter" (1942).

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1964 Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst,
  • 1978 Goldenes Verdienstkreuz der Stadt Wien.


Autorin: Julia Danielczyk



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Danielczyk, Julia: Margarete Fries, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 645–646.

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