Silvia Jost

Aus Theaterlexikon
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* 11.2.1945 Bern, ∞ Andreas Berger, Regisseur, Theaterdirektor.

Ab dem zehnten Lebensjahr Ballett- und Theaterunterricht an der Theatertanzschule Bern bei →Toni von Tuason. J. spielte schon als Kind in Märchen am →Stadttheater Bern (unter anderem 1960 in der Uraufführung von →Paul Burkhards "Hex Zitterbein möcht Königin sein", Regie: Tuason). Gesangs- und Schauspielunterricht, Jazz und Musicaltanz. Diverse kleine Rollen am Stadttheater Bern, als Gast am →Galerietheater Die Rampe Bern (1964 in Kopits "Oh Vater, armer Vater, Mutter hängt dich in den Schrank, und ich bin so krank" und in Achards "Darf ich mitspielen?") und am →Atelier-Theater Bern (1965 in Anouilhs "Der Walzer des Toreros"). 1966–72 festes Engagement am →Stadttheater St. Gallen. Die Palette ihrer Möglichkeiten reichte vom Ballett über die Operette zu Musical, Komödie und Tragödie. So spielte und sang sie 1968 als 23-Jährige mit grossem Erfolg die Eliza Doolittle in Loewe/Lerners "My Fair Lady" (Regie: →Walter Kochner). Sie spielte in klassischen Dramen (Eve in Kleists "Der zerbrochene Krug", Regie: →Siegfried Meisner; Marie in Büchners "Woyzeck", Marie in Shakespeares "Was ihr wollt") ebenso wie in modernen Stücken (in Wolfgang Bauers "Magic Afternoon"; in Peter Weiss’ "Gesang vom Lusitanischen Popanz", Regie: →Walter Boris Fischer). Ab 1972 war J. als freischaffende Schauspielerin tätig. Mit Goldonis "Der Lügner" ging sie als Columbina auf Deutschlandtournee (in der Titelrolle →Helmuth Lohner). Sie gastierte mehrmals am Atelier-Theater Bern (unter anderem 1976 Lu in Molnárs "Die Fee", 1977 Elvira in Cowards "Fröhliche Geister", 1980 in der Titelrolle von Monnot/Brefforts "Irma la Douce", Regie: →Karl Absenger; 1995 Tochter in Marsha Normans "Nacht, Mutter", Regie: Andreas Berger), an den →Basler Theatern (1975/76 Kätti, die Köchin in →Paul Burkhards "Der schwarze Hecht", Regie: →Martin Markun), am Stadttheater St. Gallen (1980/81 in Burkhards "Der schwarze Hecht", Regie: →Ettore Cella), am Stadttheater Bern (1982 Titelrolle in →Hansjörg Schneiders "Lysistrate", nach Aristophanes, Regie: Verena Strasser), beim →Musiktheater der Orchestergesellschaft Biel (1993/94 Esther in Rodgers "Two by two"), am →Ensemble-Theater der Regionen Biel-Solothurn (1997/98 Sr. Mary Hubert in Dan Goggins "Non[n]sense"). Ein erstes literarisches Soloprogramm mit Texten von Kästner, Polgar, Ringelnatz und Tucholsky (dessen Texte in späteren Jahren im Zentrum ihrer Programme standen) hatte sie schon 1967 versucht. Die Begegnung mit Hanns-Dieter Hüsch aber führte zum Kabarett und 1973 zu einem gemeinsamen Programm mit dem Titel "Faux pas de deux". Grosse Erfolge erzielte J. 1976 im Kino mit der Hauptrolle in "Die plötzliche Einsamkeit des Konrad Steiner" von Kurt Gloor und 1984 im Fernsehen als Erika Brunner in der Serie "Motel" (Partner: →Jörg Schneider).



Autor: Thomas Hostettler



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hostettler, Thomas: Silvia Jost, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 940–941.

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