Derrik Olsen

Aus Theaterlexikon
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* 30.3.1923 Bern, † 11.4.1997 Basel, eigentlich Diego Ochsenbein.

Musik- und Gesangsstudien an den Konservatorien von Bern und Genf. Einziges festes Engagement 1950–55 am →Stadttheater Basel. O. debütierte 1944 als Conte di Monterone in Verdis "Rigoletto" am →Grand Théâtre in Genf, wo er – als häufig verpflichteter Gast bis 1969 – in zahlreichen Rollen für Charakterbassbariton zu sehen war. So unter anderem als Don Fer­nando in Beethovens "Fidelio", Thoas in Glucks "Iphigénie en Tauride", Ambroise in Gounods "Mireille", Masetto in Mozarts "Don Giovanni", Colline in Puccinis "La Bohème", Fürst Jeletzki in Tschaikowskys "Pique Dame", Fafner in →Richard Wagners "Siegfried" und Biterolf in dessen "Tannhäuser". Am Stadttheater Basel sang O. dann vorwiegend im Charakter- und Heldenbaritonfach: Don Pizarro in Beethovens "Fidelio", Don Alfonso in Mozarts "Così fan tutte" und Conte Almaviva in dessen "Le nozze di Figaro", Rangoni und Warlaam in Mussorgskys "Boris Godunow", Bauer in Orffs "Die Kluge", Don Basilio in Rossinis "Il barbiere di Siviglia", Grand Prêtre de Dagon in Saint-Saëns’ "Samson et Dalila", Achilles in →Othmar Schoecks "Penthesilea" (1955/56 als Gast), Jochanaan in Richard Strauss’ "Salome", Nick Shadow in Strawinskys "The Rake’s Progress", die Verdi-Partien Fra Melitone in "La forza del destino", Iago in "Otello" und Giorgio Germont in "La Traviata", die Wagner-Partien Telramund in "Lohengrin" (1956/57 als Gast), Fritz Kothner in "Die Meistersinger von Nürnberg" und Klingsor in "Parsifal". In Basel sang O. ausserdem in den deutschsprachigen Erstaufführungen von Menottis "The Consul" (1951 als Agent of Secret Police, Regie: →Friedrich Schramm, musikalische Leitung: →Alexander Krannhals) und Poulencs "Les Mamelles de Tirésias" (1957 als mari, Regie: →Rolf Lansky, musikalische Leitung: →Silvio Varviso) sowie in den Uraufführungen von →Rolf Liebermanns "Leonore 40/45" (1952 als Monsieur Emile, Regie: Schramm, musikalische Leitung: Krannhals) und →Heinrich Sutermeisters "Titus Feuerfuchs" (1958 als vierter Räuber, Regie: →Hermann Wedekind, musikalische Leitung: Varviso). In der Schweiz gastierte O. am →Stadttheater Luzern, am →Stadttheater St. Gallen (1952/53 Don Pizarro, 1954/55 Sebastiano in d’Alberts "Tiefland" und 1955 Manuel/Stimme St. Michaels in der Schweizer Erstaufführung von Felix Petyreks "Der Garten des Paradieses", Regie: →Karl Gotthilf Kachler, musikalische Leitung: →Jean Meylan, 1955/56 Mikéli in Cherubinis "Les Deux Journées, ou Le Porteur d’eau" und Titelpartie in Wagners "Der fliegende Holländer") und am →Stadttheater Zürich. Internationale Verpflichtungen führten ihn unter anderem zum Holland Festival Amsterdam (1958 Ehemann in Schönbergs "Von heute auf morgen", 1967 in →Frank Martins "Monsieur de Pourceaugnac"), nach Barcelona, an die Staatsoper Unter den Linden Berlin, an das Teatro Colón Buenos Aires, nach Kassel, Marseille, an die Piccola Scala Mailand, an die Opéra de Monte-Carlo sowie zu den Schwetzinger Festspielen. Bis gegen Ende der siebziger Jahre ausgedehnte Konzerttätigkeit. 1958–70 künstlerischer Leiter des Radioorchesters Beromünster in Zürich. Langjähriger Mitarbeiter des Schweizer Radios DRS (Studios in Zürich und Basel). Mehrere Einspielungen auf Tonträger.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Derrik Olsen, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1344.

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