Dieter von Arx

Aus Theaterlexikon
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* 21.7.1944 Basel.

1966–68 Bühnenbildassistenz an der →Komödie, Basel BS. 1968–71 Engagement als Theatermaler und Ausstattungsassistent an den →Basler Theatern. 1971–76 und 1982–96 wirkte A. als Bühnenbildner am →Atelier-Theater, Bern BE, 1973–76 auch als technischer Leiter. Ausserdem war er am →Theater für den Kanton Zürich, Winterthur ZH (1974 "Die rote Zora und ihre Bande" nach Kurt Helds Jugendbuch, Regie: →Peter Kner) und 1974–83 am →Stadttheater Chur, Chur GR als Bühnenbildner tätig. 1977–82 war er an der Landesbühne in Wilhelmshaven (zuletzt als Chefbühnenbildner) und 1978–80 an den Badischen Kammerspielen Emmendingen engagiert. Am Atelier-Theater in Bern schuf er rund 160 Bühnenbilder, unter anderem für zahlreiche Schweizer Erstaufführungen, zum Beispiel 1975 für Williams’ "Sturmwarnung" (Regie: Klaus W. Leonhard), 1976 für →Wolfgang Hildesheimers "Die Verspätung" (Regie: →Volker Hesse/→Rainer Zur Linde), 1985 für Thomas Bernhards "Am Ziel" (Regie: Wolfgang Schön) und 1994 für Arthur Millers "Talfahrt" (Regie: →Frederik Ribell). Entsprechend dem Profil des Atelier-Theaters stattete A. vor allem Inszenierungen von Unterhaltungsstücken (1972 Jack Pulmans "Der lachende Apfel", Regie: Hesse), Kriminalstücken (1974 Agatha Christies "Die Mausefalle", Regie: Hannes Maeder), Klassikern der Bühnenliteratur (1975 Hauptmanns "Das Friedensfest", Regie: →Emil Stöhr, 1984 Goethes "Iphigenie auf Tauris", Regie: →Günter Wissemann) sowie modernen Klassikern (1990 Becketts "Warten auf Godot", Regie: →Michael Wedekind) aus. Neben seinem langjährigen Wirken am Atelier-Theater war A. 1983–86 am →Kleintheater Kramgasse 6, Bern BE (unter anderem für die Uraufführung von →Kurt Hutterlis "Überlebenslust", Regie: Franz Weber, und für den Abend "Der fliegende Geheimrat" mit →Curt Goetz’ Einaktern "Lohengrin", "Die Rache" und "Der Hund im Hirn", Regie: →Helmuth Fuschl), 1989/90 am Fritz Rémond Theater im Zoo in Frankfurt am Main und 1992 am Wallgraben-Theater in Freiburg im Breisgau tätig. Nach der Schliessung des Atelier-Theaters 1996 folgten zwei Stückverträge für Bühnenbilder an der Jungen Bühne des →Luzerner Theaters: 1996 für Ilan Hatsors "Vermummte" (eine weiterentwickelte Produktion des Atelier-Theaters, Regie: →Stefan Huber) und 1997 für Alexander Müller-Elmaus "Joa’s Traum" (Regie: Peter Oppermann). Ausserdem Tätigkeit als Kunstmaler und seit 1996 als Kursleiter für Mal- und Zeichenkurse. A. gestaltete zahlreiche Ausstellungen und schuf Larven und Laternen für die Basler Fasnacht. Er entwickelte ein bespielbares Papiertheater nach barocken Vorlagen. Mit diesem zeigte er unter anderem →Richard Wagners "Der fliegende Holländer" sowie seine eigene Textcollage "Tell-Zeit-Schiller" und gastierte beispielsweise an der Deutschen Bühne Ungarn in Szeksard. Er führt im aargauischen Magden die Galerie Arte teatro, in der er Wechselausstellungen zeigt.



Autorin: Beate Schappach



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Schappach, Beate: Dieter von Arx, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 76-77.

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