Guido Bachmann

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* 28.1.1940 Luzern, † 19.10.2003 St. Gallen.

Studium der Musikwissenschaft und Germanistik an der Universität Bern, Studium am →Konservatorium für Musik Bern, Abschluss mit einem Diplom als Pianist. Parallel zur Ausbildung arbeitete B. an seinem Erstlingsroman "Gilgamesch", der bei seinem Erscheinen 1966 wegen der Beschreibung homosexueller Handlungen einen landesweiten Skandal auslöste. Nach ausgiebigen Reisen durch Europa und Nordafrika war B. als Werbetexter tätig, 1972–76 als Musikrezensent und Essayist bei den "Basler Nachrichten". B. wirkte als Schauspieler und Komponist am →Galerietheater Die Rampe, Bern BE (1963 in Marivaux’ "Das Spiel von Liebe und Zufall"), es folgten Stückverträge als Schauspieler unter anderen an den →Basler Theatern/am →Theater Basel, Basel BS (1977 Lothar in der Schweizer Erstaufführung von Botho Strauß’ "Trilogie des Wiedersehens", Regie: →Werner Düggelin; 1977 Nostromanni in →Friedrich Dürrenmatts "Die Frist", Regie: Hans Neuenfels; 1988 zur Eröffnung der Direktion →Frank Baumbauers Rocky in "They Shoot Horses, Don’t They" nach Horace McCoy, dramatisiert von →Andres Müry, Regie: →Jossi Wieler; 1991 General in →Max Frischs "Graf Öderland", Regie: Düggelin), am →Theater am Neumarkt, Zürich ZH (1984 Dr. Flechsig in der Uraufführung von →Lukas B. Suters "Schrebers Garten", Regie: →Peter Schweiger; 1993 Dürrenmatt in der Dürrenmatt-Collage "Fritz", Regie: →Volker Hesse), am Schauspielhaus Wien (1984 Heiberg in Enquists "Aus dem Leben der Regenwürmer", Regie: Hans Gratzer), an der Arena in Wien (1985 Gabor in →Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen") und auf Tournee mit dem Gastspieltheater →Egon Karters (1979/80 Pilet in der Uraufführung von Dürrenmatts "Die Panne" in der Regie des Autors). B. wirkte auch in mehreren Kino- und Fernsehfilmen mit, darunter in Kurt Gloors "Der Chinese" (nach dem Roman von Friedrich Glauser, 1978) und "Der Erfinder" (nach dem Bühnenstück von →Hansjörg Schneider, 1980) und 1984 in Krzysztof Zanussis "Blaubart" (nach dem Roman von Frisch). B., der vor allem für sein Prosawerk bekannt ist ("Echnaton", 1982; "Der Basilisk", 1987; "Dionysos", 1990; "Sommerweide", 2002), schrieb auch mehrere (nur selten aufgeführte) Theaterstücke: "Alexander" (Tragödie 1965), "Das Geständnis" (Tragödie 1967), "Das Messopfer" (Komödie 1971), "David und Jonathan" (tragische Komödie 1972), "Die Klarinette" (1972), "Medea oder Die Terroristen" (1973), "Auszug und Einkehr des Bruder Klaus" (Opernlibretto 1974), "selbander" (Uraufführung 1988, →Smomos & Smomos Theater, Etzgen AG, Regie: →Fritz Hauser). Verfasser von zahlreichen Hör- und Fernsehspielen. Fernsehporträt von Roland Zag in der Reihe "LiteraTour de Suisse", Schweizer Fernsehen DRS 1998.

Auszeichnungen

  • 1971 Literaturpreis des Kantons Bern,
  • 1979, 1983, 1987 und 1998 Buchpreis der Stadt Bern,
  • 1988 Gastpreis für Literatur der Stadt Luzern,
  • 1990 Literaturpreis der Stadt Basel,
  • 1992 Literaturkredit Basel-Stadt,
  • 1997 und 2003 Buchpreis des Kantons Bern.

Nachlass

  • Handschriftenabteilung der Öffentlichen Bibliothek der Universität Basel.


Autorin: Judith Niethammer



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Niethammer, Judith: Guido Bachmann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 98-99.

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