Franz Matter

Aus Theaterlexikon
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* 2.3.1931 Schüpfen BE, † 13.10.1999 Bern. ∞ I. →Margret Neuhaus, Schauspielerin, ∞ II. →Birgit Steinegger, Schauspielerin.

1949–51 Schauspielausbildung bei →Margarethe Schell-von Noé am →Konservatorium für Musik in Bern, bei →Paul Kalbeck und →Adolph Spalinger. 1949/50 durch Spalinger erstes Engagement am →Stadttheater Bern (Razmann in Schillers "Die Räuber"), 1950/51 an der →Komödie Basel, 1951–54 am →Atelier-Theater Bern (Valerio in Büchners "Leonce und Lena", Hugo in Sartres "Die schmutzigen Hände"). Danach als Gast weiterhin am Atelier-Theater Bern, erneut am Stadttheater Bern (1954–56) und an der Komödie Basel sowie am →Stadttheater Luzern (1960 Titelrolle in Goethes "Egmont"), am →Stadttheater Zürich (unter anderem 1962 Bassa Selim in Mozarts "Die Entführung aus dem Serail", Regie: →Werner Düggelin), am →Schauspielhaus Zürich (unter anderem 1963 Primus in der Uraufführung von Urs Trollers "Die Geier") und am →Galerietheater Die Rampe in Bern. Unter der Direktion von Ida Ehre trat M. an den Hamburger Kammerspielen auf. 1969 hatte er am New Yorker Barbizon-Plaza-Theater grossen Erfolg als Graf Bodo von Übelohe-Zabernsee in →Friedrich Dürrenmatts "Die Ehe des Herrn Mississippi" (Gastspiel der →Schauspieltruppe Zürich). 1972–96 mit Unterbrechungen Schauspieler und Regisseur am →Städtebundtheater Biel-Solothurn (spielte 1972 Stockmann in Ibsen/→Manfred Schwarz’ "Ein Volksfeind", 1973 Adam Zeltner in der Uraufführung von Schwarz’ "Der Mann des Möglichen" und Hjalmar Ekdal in Ibsens "Wildente", 1975 Orgon in Molières "Tartuffe", 1976 Willy Loman in Millers "Der Tod des Handlungsreisenden", 1981 Leu in →Adolf Muschgs "Rumpelstilz"; inszenierte 1973 →Wolfgang Hildesheimers "Mary Stuart", 1974 →Paul Burkhards "Der schwarze Hecht", 1976 Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W.", 1979 Ionescos "Die Nashörner", 1986 Williams’ "Die Katze auf dem heissen Blechdach", 1987 →Hansjörg Schneiders "Der liebe Augustin", 1988 →Herbert Meiers "Bräker", 1988 die Schweizer Erstaufführung von Kohouts "Patt", 1992 →Markus Köbelis "Holzers Peepshow", 1994 →Otto F. Walters "Die Katze", 1995 Shaws "Pygmalion"). Daneben Stückverträge als Schauspieler und Regisseur unter anderem am Stadttheater Bern (1977 Inszenierung von Herbert Meiers "Stauffer-Bern", 1981 Willy Loman in Millers "Der Tod des Handlungsreisenden"), am Atelier-Theater Bern (1981 George in Steinbecks "Von Mäusen und Menschen", 1982 Inszenierung von Brian Clarks "Ist das nicht mein Leben?", 1990 Herr Biedermann in →Max Frischs "Biedermann und die Brandstifter", 1993 Inszenierung von Uhrys "Miss Daisy und ihr Chauffeur" mit →Anne-Marie Blanc), am Galerietheater Die Rampe in Bern (1976 Kroetz’ "Das Nest"), am →Kleintheater Kramgasse 6 in Bern, beim →Musiktheater der Orchestergesellschaft Biel (1975 Johann Strauß’ "Die Fledermaus" und Mozarts "Così fan tutte", 1977 Puccinis "La Bohème", 1980 Verdis "Rigoletto" und 1985 dessen "La Traviata"), am →Opernhaus Zürich (1989 und 1990 Inszenierung der Dialekt-Kindermusicals "Pinocchio" und "Die chli Häx"), am →Bernhard-Theater Zürich (1987 Brandon Thomas’ "Charleys Tante" in der Bearbeitung von →Hans Gmür), ab 1988 am →Sommertheater Winterthur (1993 →Curt Goetz’ "Dr. med. Hiob Prätorius", 1994 Marc Camolettis "Boeing-Boeing", 1995 Shermans "Der muss es sein", 1997 Freemans "Ein Bett voller Gäste") und am →Theater Tuchlaube in Aarau (1992 →Ernst Burrens Monolog "Näschtwermi" mit →Stephanie Glaser). 1986 inszenierte er in Ins die Freilichtaufführung von Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame" (Produktion: Lukas Leuenberger). Insgesamt schuf M. rund 150 Theaterinszenierungen. Er war Schauspieler und Regieassistent in den meisten →Gotthelf-Verfilmungen von →Franz Schnyder (Filmdebüt 1958 als Felix in "Die Käserei in der Vehfreude"), führte selbst Filmregie (1961 "Rosen auf Pump") und verkörperte zahlreiche Rollen in Rundfunk und Fernsehen.

Auszeichnungen

  • 1994 Preis für Theater des Kantons Solothurn.


Autorin: Judith Niethammer



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Niethammer, Judith: Franz Matter, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1203.

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